Gesundheit und genetische Verantwortung beim Schapendoes

Der Schapendoes ist eine ursprünglich robuste und naturbelassene Hunderasse, deren Gesundheit und Vitalität sich historisch aus ihrer Tätigkeit als Hütehund in der niederländischen Heide ergeben haben. Auch wenn der Schapendoes heute überwiegend als Familienhund gehalten wird, ist die Bewahrung seiner genetischen Vielfalt und Ursprünglichkeit ein zentrales Anliegen der Interessengemeinschaft Schapendoes.

Genetische Grundlagen und Herausforderungen

Wie bei vielen reinrassigen Hunderassen ist der Genpool des Schapendoes durch die begrenzte Anzahl an Stammlinien eingeschränkt. Diese genetische Verwandtschaft sichert zwar das charakteristische Erscheinungsbild der Rasse, birgt jedoch zugleich das Risiko der Anreicherung erblich bedingter Krankheiten. Im Vergleich zu anderen Rassen weist der Schapendoes jedoch eine relativ geringe Verbreitung schwerwiegender genetischer Erkrankungen auf. Dies ist vor allem auf die leistungsbezogene und verantwortungsbewusste Zucht zurückzuführen.

Moderne genetische Diagnostik – eine Pflicht für verantwortungsvolle Zucht

Die Interessengemeinschaft Schapendoes nutzt die Fortschritte der genetischen Forschung aktiv, um die Gesundheit des Schapendoes nachhaltig zu fördern und erblich bedingte Krankheiten systematisch zu minimieren. Zu den etablierten genetischen Untersuchungen zählt unter anderem die Diagnostik der Progressiven Retinaatrophie (PRA). Diese kann bereits seit dem Jahr 2007 durch einen genetischen Test sicher ausgeschlossen werden. Durch die konsequente Anwendung dieses Tests innerhalb der Zuchtordnung wird gewährleistet, dass kein Schapendoes, der nach den Vorgaben der Interessengemeinschaft Schapendoes gezüchtet wurde, an dieser Erkrankung leidet.

Erweiterte genetische Testverfahren zur Erhaltung der Rassevielfalt

In der aktuellen Zuchtordnung hat die Interessengemeinschaft Schapendoes die Durchführung weiterer genetischer Tests zur Erfassung der genetischen Vielfalt und zur Analyse der sogenannten DLA-Haplotypen verankert. Diese Untersuchungen sind entscheidend, um den Genpool zu überwachen und gezielt Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der genetischen Vielfalt innerhalb der Rasse zu treffen. Die Erhaltung der Diversität trägt wesentlich dazu bei, das Risiko von Inzuchtdepressionen und die Anhäufung genetischer Erkrankungen zu reduzieren.

Darüber hinaus empfiehlt die Interessengemeinschaft Schapendoes die Anwendung weiterer genetischer Testverfahren zur Gesundheit des Schapendoes. Dieses umfassende genetische Screening umfasst unter anderem Tests auf Hyperurikosurie (HUU), Chondrodysplasie und Chondrodystrophie (CDDY) und dilatative Kardiomyophie (DCM). Die Nutzung dieser Testverfahren unterstützt Züchter dabei, vererbte Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und verantwortungsbewusst in der Zuchtplanung zu berücksichtigen.

Rahmenbedingungen

Die Ergebnisse genetischer Tests werden Züchtern und Hundehaltern transparent zur Verfügung gestellt, um eine fundierte und verantwortungsbewusste Zuchtplanung zu ermöglichen. Gleichzeitig verpflichten sich alle Züchter, die Vorgaben der Zuchtordnung der Interessengemeinschaft Schapendoes einzuhalten. Diese sieht unter anderem die verpflichtende Durchführung und Berücksichtigung der empfohlenen genetischen Tests vor.

Pflicht und Verantwortung der Züchter

Züchter tragen eine besondere Verantwortung für die Erhaltung der Gesundheit und Vitalität des Schapendoes. Die konsequente Anwendung moderner genetischer Testverfahren ist daher unverzichtbar und wird von der Interessengemeinschaft Schapendoes als Standardpraxis gefordert. Nur durch eine verantwortungsbewusste Zuchtplanung, die genetische Vielfalt berücksichtigt und erblich bedingte Erkrankungen systematisch ausschließt, kann die Gesundheit der Rasse langfristig gesichert werden.

Zusammenfassung

  • Der Schapendoes zeichnet sich durch eine robuste Gesundheit aus, deren Erhalt eine züchterische Herausforderung darstellt.
  • Die Interessengemeinschaft Schapendoes nutzt moderne genetische Testverfahren, darunter Tests zur genetischen Vielfalt und Analyse der DLA-Haplotypen.
  • Durch die konsequente Anwendung dieser Tests können Erbkrankheiten frühzeitig erkannt und durch gezielte Zucht deren Verbreitung vermieden werden.
  • Die Züchter sind verpflichtet, die Empfehlungen der Interessengemeinschaft Schapendoes zu beachten und damit zur langfristigen Gesundheit der Rasse beizutragen.


Die Interessengemeinschaft Schapendoes steht für eine moderne, wissenschaftlich fundierte und rechtssicher gestaltete Zuchtstrategie. Diese stellt das Wohl des Schapendoes in den Mittelpunkt und wird durch kontinuierliche Forschung stetig weiterentwickelt.